Ich stehe auf einem gepflasterten Weg vor einem Gebüsch. Ich trage eine weiße Mütze, eine schwarze Sonnenbrille, ein hellblaues Lauf-Shirt, eine kurze schwarze Hose und blaue Laufschuhe.
Lauftraining

10 Jahre Laufen

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Heute vor 10 Jahren habe ich mit dem (regelmäßigen) Laufen begonnen. Wie es dazu kam, schildere ich in diesem Artikel.

Leute, die mich vom Parkrun oder anderen Laufaktivitäten kennen, denken oft, dass ich schon mein ganzes Leben gelaufen bin. Das ist aber keineswegs so. Ich habe über 30 Jahre Tischtennis gespielt und erst danach mit dem regelmäßigen Laufen begonnen.

Über 30 Jahre Tischtennis

Tischtennis ist eine Sportart, bei der sich die Spieler viel bewegen müssen. Zumindest in der deutschen und internationalen Elite ist das so. In den unteren Klassen geht es da deutlich gemächlicher zu und es gibt auch nicht wenige Spieler, die einige Kilos zu viel auf den Hüften haben. 2014 hatte ich auch etwas Übergewicht angesammelt und begann deshalb im Mai mit dem Lauftraining. Ich lief jeden zweiten Tag und konnte mich auch schon etwas steigern. Als die dunkle Jahreszeit begann, ließ meine Motivation allerdings stark nach. Wer läuft schon gerne im Dunkeln durch den Matsch? Ich (damals) jedenfalls nicht.

Ein Jahr später war es das Gleiche. Ich begann im Frühjahr wieder mit dem Laufen und hörte im Herbst auf, als es dunkel und kalt wurde.

In der Saison 2015/2016 spielte ich mit meinen Mannschaftskameraden in der 1. Kreisklasse. Das war die drittunterste Klasse. Wir kämpften um den Klassenerhalt und bestritten am Ende der Saison ein Relegations-Spiel gegen den Dritten der 2. Kreisklasse. Das Match endete 8:8. Trotzdem hielten wir die Klasse, weil wir zwei Sätze mehr gewonnen hatten als das gegnerische Team.

Obwohl wir den Klassenerhalt knapp geschafft hatten, waren meine Mannschaftskameraden etwas frustriert. Die Vereine in unserer Klasse wurden immer stärker und wir verloren jede Saison mehr Spiele. Oftmals sogar deutlich. Deshalb gab es eine Diskussion darüber, ob wir vielleicht freiwillig absteigen sollten. Die Aussprache endete mit einer Abstimmung. Drei waren für den freiwilligen Abstieg. Zwei (inklusive mir) waren dagegen.

Damit war die Sache besiegelt. Wir stiegen freiwillig ab. Im Mai 2016 gab es eine Abteilungssitzung. Dabei gab der andere Spieler, der dagegen gestimmt hatte, seinen Vereinswechsel bekannt. Ich war zwar über den freiwilligen Rückzug verärgert, weil ich die vergangene Saison in jedem Spiel für den Klassenerhalt gekämpft hatte. Den Verein wollte ich trotzdem nicht wechseln. Ich wollte aber auch nicht in einer tieferen Klasse spielen. Deshalb verkündete ich, dass ich ein Jahr Tischtennis-Pause machen würde.

10 Jahre Laufen

Mir ist der Sport als Ausgleich schon immer wichtig gewesen. Nach zwei Monaten Tischtennis-Pause vermisste ich die Bewegung und fing wieder mit dem Laufen an. Am 24. Juli 2016 begann ich nach einem knappen Jahr Pause wieder mit dem Lauftraining. Ich lief 1,1 Kilometer, drehte um und lief wieder zurück. Dafür brauchte ich eine knappe Viertelstunde. Das war natürlich keine tolle Leistung. Aber dadurch, dass ich die beiden Jahre schon gelaufen war, hatte ich bereits Lauferfahrung. Ich steigerte mich schnell und lief sechs Wochen später bereits fünf Kilometer am Stück. Ab Oktober steigerte ich mein Pensum von dreimal auf viermal die Woche. Diesmal pausierte ich im Winter nicht, sondern drehte auch bei Matsch und Schnee meine Runden.

Eine Laufuhr hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich trackte meine Läufe mit der Smartphone-App runtastic (heute: Adidas Running). Für den Anfang reichte das vollkommen. Meine erste Laufuhr kaufte ich mir erst im Februar 2017. Kurz danach lief ich in Saarbrücken meinen ersten Halbmarathon. Nach 2:15 Stunden erreichte ich das Ziel. Müde, aber zufrieden mit meiner Leistung.

Im November 2018 lief ich meinen ersten Parkrun. Aber das ist eine Geschichte, die ich bereits an anderer Stelle erzählt habe.

Mein Sportart-Wechsel

Der Wechsel zu einer anderen Sportart ist sehr ungewöhnlich. Zumal, da ich über 30 Jahre Tischtennis gespielt habe. Aber ich habe den Wechsel zum Laufen nie bereut. Ich war im Tischtennis nicht besonders erfolgreich und werde mich auch beim Laufen wohl nie auf ein Podest stellen dürfen. Darum geht es mir aber auch nicht. Mir geht es um den Spaß am Sport. Den hatte ich im Tischtennis nach dem freiwilligen Abstieg meiner Mannschaft etwas verloren. Beim Laufen habe ich ihn wieder gefunden. Es gibt nichts Schöneres für mich, als im Mannheimer Waldpark meine Runden zu drehen, samstags beim Parkrun meine Lauffreunde zu treffen sowie ab und zu an einem Wettbewerb teilzunehmen.

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Erik betreibt dieses Laufblog und ist ein begeisterter Läufer. Er trainiert vier- bis fünfmal die Woche, startet bei Lauf-Wettkämpfen und bei Parkruns. Wenn du ihn triffst und er läuft gerade nicht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Verwechslung 😉

5 Kommentare

  • scheichsbeutel

    24. Juli 2026 um 18:07

    @dermenschlaeuft.de Neugierig wie ich bin – und weil ich mich lieber mit Leuten meiner Altersklasse vergleiche als mit Jungspunds: Wie alt bist du? 40 – 60 km pro Woche sind schon ein ziemliches Pensum, das ich mich zu erbringen außerstande sehe.

    • Erik

      Ich bin 57 Jahre alt und laufe 30 bis 40 Kilometer die Woche. Ich bin auch schon deutlich mehr gelaufen, aber momentan klappt das leider nicht.

      • scheichsbeutel

        24. Juli 2026 um 19:27

        @dermenschlaeuft.de Deine Zeiten sind schon beachtlich, Marathon mit unter 6 Minuten pro Kilometer: Chapeau. Davon kann ich nur träumen. Und ein paar Jährchen bin auch noch älter (irgendeine Ausrede braucht der Mensch ;-)). Na, vielleicht schaff ich das mit den 6 Minuten mal auf kurze Distanz, wäre auch schon was.

  • Bock

    Es gibt Menschen, die beginnen mit dem Laufen, weil ein Arzt ihnen die Cholesterinwerte vorliest. Andere fliehen vor einer unglücklichen Ehe. Du wurdest offenbar Opfer einer demokratischen Abstimmung. Das ist bemerkenswert. Fünf Erwachsene setzen sich zusammen, beschließen gemeinschaftlich, künftig schlechter zu sein als unbedingt nötig, und produzieren damit unfreiwillig einen Langstreckenläufer. So funktioniert vermutlich auch Kommunalpolitik.

    • Erik

      Ja, im Nachhinein hört es sich schon etwas seltsam an. Aber es war tatsächlich so gewesen und ich bin froh, dass ich die Entscheidung so getroffen habe 🙂

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