Barfuß-Special in Heidelberg
Parkrun

Barfuß-Special in Heidelberg

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Gestern gab es beim Bahnstadt-Promenade-Parkrun in Heidelberg ein Barfuß-Special. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und zog auch die Laufschuhe aus.

Das Ausziehen der Schuhe war natürlich nicht so schwierig, aber dann mit nackten Füßen auf die Laufstrecke zu kommen, war alles andere als einfach. Der Parkrun-Treffpunkt lag nämlich auf einem kleinen Platz mit Schotter und vielen spitzen Steinen. Da kostete es mich schon einige Überwindung, die wenigen Meter zur Laufstrecke barfuß zurückzulegen.

Parkrun-Treffpunkt mit Geröll
Der Parkrun-Treffpunkt mit Geröllboden

Vor dem Start des Parkruns probierte ich aus, ob das mit dem Barfußlaufen auf dem Asphalt der Bahnstadt-Promenade überhaupt klappen würde. Nach einigen Laufmetern war mir klar, dass das nichts werden würde. Ich hätte mir mit Sicherheit die Füße kaputt gemacht. Außerdem hinke ich ja immer noch ein wenig (siehe Jahresrückblick 2023). Ich wollte kein Risiko eingehen, dass ich umknicke und mich ernsthaft verletze. Aber das Gehen auf dem Asphalt schien mir zumindest für eine kurze Strecke möglich.

Vorteile des Barfußlaufens

Nach der Begrüßung durch die Parkrun-Laufleitung erzählte uns Martin Güngerich von der Laufschule Marburg von den Vorteilen des Barfußlaufens. Der Körper stellt sich nach einiger Zeit auf eine sanfte Landung um. Im Gegensatz zum von vielen Läufern eingesetzten Fersenlaufstil wird die Ferse nicht in den Boden gerammt. Außerdem können sich die Zehen ausbreiten, da sie nicht mehr von den Schuhen eingeengt werden. Damit wird eine Fußfehlstellung wie bspw. dem Hallux Valgus vorgebeugt.

Martin Güngerich - Laufschule Marburg
Martin Güngerich von der Laufschule Marburg

Laut einer US-Studie sind Barfußläufer nicht weniger verletzt als Läufer mit Schuhen. Sie haben aber andere Verletzungen. Weil es beim Barfußlaufen zu einem stärkeren Fußabdruck kommt, treten Wadenverletzungen häufiger auf. Natürlich lassen sich auch kleine Schnittwunden nicht immer vermeiden. Läufer mit Schuhen haben dagegen mehr Knieverletzungen und die gefürchtete Plantarfasziitis kommt häufiger vor.

Zum Schluss erzählte Martin noch, dass er Strecken von 1.500 Meter bis zum Halbmarathon barfuß läuft. Er informiert sich vor einem Lauf über die Streckenbeschaffenheit. Bei schwierigem Untergrund wie Geröll oder spitzen Steinen nimmt er seine Laufschuhe im Rucksack mit.

Ich bin barfuß unterwegs

Da ich keinen Rucksack dabei hatte, hängte ich mir die Laufschuhe einfach um den Hals. Ich nahm mir vor, einen Kilometer barfuß zu gehen und dann die Laufschuhe anzuziehen.

Nach dem Startkommando machte ich die ersten Schritte. Das fühlte sich nicht angenehm an. Der Asphalt schnitt mir in die Fußsohlen. Ich ging nur sehr langsam. Mein Tempo war selbst den Parkwalkern zu langsam. Nur die Schlussbegleitung befand sich noch hinter mir. Für Außenstehende sah es wohl so aus, als wenn ich auf Eiern gehen würde.

Nach knapp 400 Metern hatte ich genug. Ich setzte mich auf eine Bank, zog meine Laufschuhe an und lief gut beschuht weiter. Bereits nach wenigen Metern spürte ich wieder dieses Gefühl der Freiheit, dass ich beim Laufen so liebe.

Barfuß-Finisher

Corina lief die kompletten 5 Kilometer barfuß

Corina gehörte an diesem Tag zu den wenigen Läufern, die den Parkrun barfuß finishten. Sie läuft öfters mit Zehenschuhen und ist den direkten Bodenkontakt gewohnt. Trotzdem hatte sich bei ihr nach dem Zieleinlauf eine Blase gebildet. Am Tag danach klagte sie außerdem über Muskelkater in den Beinen.

Mein Fazit zum Barfußlaufen

Ich bewundere die Läufer, die barfuß auf dem Asphalt laufen. Aber für mich ist das nichts. Ich brauche Laufschuhe, in denen sich meine Füße wohlfühlen und mit denen ich mich vom Boden abdrücken kann. Da ich vor einigen Jahren auf den Mittelfußlaufstil umgestellt habe, habe ich auch keine Knieprobleme, über die vor allem Fersenläufer klagen. Ab und zu laufe ich auch mal gerne barfuß. Dann aber nur auf weichem Rasen und nicht auf hartem Asphalt.

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Erik betreibt dieses Laufblog und ist ein begeisterter Läufer. Er trainiert vier- bis fünfmal die Woche, startet bei Lauf-Wettkämpfen und bei Parkruns. Wenn du ihn triffst und er läuft gerade nicht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Verwechslung 😉

Ein Kommentar

  • Reinhard

    Servus Erik!
    Barfuß am Asphalt zu laufen ist natürlich eine ganz besondere Herausforderung! Dass im konkreten Fall nur sehr wenige ohne Laufschuhe ins Ziel kamen, kann ich daher gut verstehen. Ganz besonders aber auch deine Reaktion nach ein paarhundert Metern!

    Wenn schon barfuß, dann mit Barfußschuhen, wie ich es früher sehr oft bei Waldläufen gehandhabt habe. Das machte Spaß, war auch äußerst wohltuend und wird zur Nachahmung gerne empfohlen

    Wünsche dir weiterhin viel Laufspaß – Reinhard

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