Coros Pace 2 Test
Test,  Laufausrüstung

Coros Pace 2 – meine neue Laufuhr im Test

3 Jahre lang habe ich als Laufuhr die Polar M 430 am Handgelenk getragen und war auch sehr zufrieden damit. Mit der Zeit hat die Akkuleistung leider etwas nachgelassen und meine Läufe sind länger geworden. Da reichte mir eine Akkulaufzeit von 4-5 Stunden nicht mehr. Also habe ich eine neue Laufuhr gesucht und mich nach längerem Überlegen für die Coros Pace 2 entschieden. In diesem Test erfahrt ihr, wie sie mir gefällt.

Andere Tests der Coros Pace 2

Da die Uhr in Deutschland bereits seit Ende 2020 auf dem Markt ist, gibt es schon einige Tests der Coros Pace 2:

Um euch nicht mit den gleichen Details zu langweilen, die schon in den anderen Artikeln stehen, beschränke ich mich auf die Informationen, die mir entweder besonders wichtig erscheinen oder die ich in anderen Tests nicht gelesen habe.

Der Lieferinhalt der Coros Pace 2

Die Akkulaufzeit

Wie in der Einleitung geschrieben, war die verbesserte Akkulaufzeit der wichtigste Grund für meine Kaufentscheidung. In dieser Beziehung bin ich mit der Coros Pace 2 auch sehr zufrieden. Nach dem ersten Aufladen habe ich die Uhr 10 Tage am Handgelenk gehabt und in dieser Zeit 7 Trainingseinheiten mit 90 Laufkilometern durchgeführt. Danach war der Akku noch zu 20 % geladen. Das Aufladen bis auf 100 % dauerte danach ungefähr 75 Minuten.

Die Bedienung der Coros Pace 2

Im Gegensatz zu meiner Polar-Uhr mit ihrer 5-Knopf-Bedienung wird die Coros Pace 2 über eine Krone und einen Knopf gesteuert. Die Krone muss ich schon sehr weit drehen, bis der nächste Bildschirm angezeigt wird. Ich habe mich zwar schnell daran gewöhnt, trotzdem gefällt mir die Polar-Bedienung noch etwas besser.

Die Messung der Herzfrequenz

Die Messung der Herzfrequenz erfolgt bei der Coros Pace 2 wie bei den meisten modernen Laufuhren über das Handgelenk. Generell ist es auch möglich, die Laufuhr mit einem Brustgurt zu koppeln um die Genauigkeit der Messung zu verbessern. Die Coros Pace 2 bietet die Möglichkeit der Verbindung per Ant+ und per Bluetooth. Mein 5 Jahre alter H2-Brustgurt von Polar unterstützt noch kein Ant+ und per Bluetooth wurde er nicht erkannt. Deshalb kann ich ihn mit der Coros Pace 2 leider nicht koppeln und muss ihn im Schrank liegen lassen. Im Gegensatz zur Brustgurtmessung werden mir bei der Handgelenksmessung ungefähr 10 Schläge weniger angezeigt. Das ist eine Differenz mit der ich leben kann.

Start der Trainingseinheit

Wenn ich eine neue Trainingseinheit starten will, wähle ich per Kronendruck die gewünschte Sportart (z. B. Laufen) und drücke Start. Dann startet die Messung aber noch nicht. Es wird zuerst noch das GPS-Signal gesucht und die Herzfrequenz gemessen. Erst wenn diese beiden Punkte abgeschlossen sind, kann die Aufzeichnung gestartet werden. Die Dauer bis zum endgültigen Start kann zwischen 10 und 60 Sekunden liegen. Besonders nervig ist es, wenn ich auf die Herzfrequenzmessung abwarten muss, die ja für die ersten Meter sowieso zu vernachlässigen ist.

Nachtrag: Ein Leser hat mir geschrieben, dass nach einem weiteren Kronendruck der Start der Trainingseinheit sofort erfolgt, auch wenn die Signale noch nicht gefunden wurden. Danke JoelH 🙂

Verknüpfung mit anderen Diensten

Die Trainingsdaten lassen sich sehr leicht mit anderen Diensten verknüpfen. In den Einstellungen der App gibt es den Punkt “3rd Party Apps”. Dort kann ich die Dienste auswählen, mit denen ich meine Trainingsdaten teilen will. Ich persönlich nutze nur Adidas Running (ehemals Runtastic) und Runalyze. Wer möchte, kann aber auch Strava, TrainingsPeaks, WeRun und noch andere Anbieter mit seinen Daten beliefern. Der Transfer erfolgt im Laufe der Synchronisation. Es gibt also keine lästige Wartezeit bis die Daten übertragen sind.

Diverse Statistiken

Wer Statistiken liebt, wird die Coros Pace 2 in sein Herz schließen. Es gibt zahlreiche ausführliche Auswertungen, wie z. B. die Höhenmeter (sehr genau durch einen barometrischen Höhenmesser), eine Laufleistung in Watt, die Angabe des VO2 Max, die Belastung, die Ermüdung, das Schwellentempo und vieles mehr. Es gibt auch eine Rennvorhersage, die aber eher eine Spielerei ist. Für den Marathon prognostiziert sie mir eine Zeit von 3:35 h. Das ist leider alles andere als realistisch. Beim Berlin-Marathon, den ich Ende September laufen will, ist mein großes Ziel, eine Zeit von unter 4 h zu schaffen.

Die Rennvorhersage der Coros Pace 2.
Die Rennvorhersage der Coros Pace 2

Kleine Kritikpunkte

Leider gibt es für die Coros Pace 2 kein ausführliches deutschsprachiges Handbuch (auch nicht als PDF). Allerdings finden sich in der App zu jeder Funktion ausführliche Informationen. Die meisten Infos sind inzwischen auch auf Deutsch übersetzt, es gibt allerdings immer noch einige englische Texte (z. B. bei der Rennvorhersage).

Die Synchronisation der Daten zwischen der Coros Pace 2 und der App funktioniert automatisch. Das hört sich praktisch an und ist es auch. Leider ertönt bei jeder Synchronisation ein nicht abstellbarer Ton. Das ist dann etwas nervig, wenn ich ohne Handy aus dem Zimmer gehe. Beim Zurückkommen synchronisiert sich die Uhr mit dem Handy und die App bestätigt das mit dem nervigen Ton.

Nachtrag: Der Ton lässt sich in der App ausschalten. Unter dem Punkt “Gerät” “Benachrichtigungen” auswählen. Dort dann “FileDownload” ausschalten. Bei mir stand da ein Wert von 24 Benachrichtigungen am Tag 😮

Schade ist, dass ich in der App kein manuelles Training speichern kann. Wenn ich also die Uhr beim Laufen nicht getragen habe oder versehentlich ein Training vor der Synchronisation gelöscht habe, kann ich die Daten nicht von Hand nachtragen.

Um meine Daten per Messenger zu teilen, muss ich bei meinem Android-Handy einen Screenshot machen und diesen dann versenden. Die Coros Pace 2 hat zwar eine Teilen-Funktion, diese unterstützt in der Android-Version aber leider nur Facebook und We-Chat. In der iOS-Version lassen sich die Daten auch mit anderen Messengern teilen. Praktisch ist dafür die Möglichkeit, die Daten in verschiedenen Formaten wie z. B. .fit, .gpx und .csv zu exportieren.

Mein Fazit

Die Coros Pace 2 kostet im Handel ungefähr 200 Euro und ist damit ungefähr 80 Euro günstiger als die vergleichbare Polar Vantage M 2. Die Akkulaufzeit ist für mich jetzt mehr als ausreichend und ich kann sie auch 10 Tage nutzen ohne dass ich sie aufladen muss. Bei meinem vor einigen Tagen gelaufenen Backyard Ultra hat sie sich auch bewährt. Meine alte Polar-Uhr hätte den Wettkampf nicht durchgehalten und ich hätte sie zwischendrin aufladen müssen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit komme ich auch mit der Bedienung inzwischen gut zurecht. In die diversen Statistiken muss ich mich erst noch etwas einfuchsen. Mit den kleinen Kritikpunkten der Coros Pace 2 kann ich gut leben. Insgesamt bin ich meiner Neuerwerbung sehr zufrieden.

Erik betreibt dieses Laufblog und ist ein begeisterter Läufer. Er trainiert viermal die Woche, startet bei Lauf-Wettkämpfen und bei Parkruns. Wenn du ihn triffst und er läuft gerade nicht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Verwechslung ;-)

6 Kommentare

  • Jochen Müller

    Hi Erik,

    schöner und informativer Bericht. Ich habe diese seit Januar 2021, und bin wirklich sehr zufrieden. Trage sie auch als Alltagsuhr.
    Jetzt habe ich eine Frage an dich: Am 04.08.21, gab es ein Update (V 2.55.0), bug fix. Seit dem werden die Orte, an denen ich gelaufen bin, nicht korrekt angezeigt. Bzw. es wird ein Ort angezeigt, der zig Kilometer von mir entfernt ist. Ich bin aber nicht der Einzige, der dieses Problem hat. Hast du das auch?

    Herzliche Grüße und einen schönen Tag.

    Jochen

    • Erik

      Ja, ein Laufkumpel und ich haben das gleiche Problem. Bei uns wird immer Karlsruhe angezeigt, wenn wir in Mannheim laufen. Ich habe aber auch schon von einem anderen Nutzer gelesen, bei dem Darmstadt angezeigt wird. Selbst was daran ändern können wir wohl nicht. Wir müssen einfach auf das nächste Update warten. Ganz so tragisch ist es auch nicht, es wird ja nur ein falscher Text angezeigt. Die Karte und die ermittelten Werte stimmen ja alle, zumindest bei mir.

  • Oliver

    Hallo Erik, nachdem mich meine überteuerte Garmin Uhr zigmal im Stich gelassen hatte und die gute alte Suunto Ambit3 (als Ersatzuhr) einfach hinüber war, bin ich schließlich vor fast einem Jahr bei Coros gelandet. Eine superleichte Laufuhr für 200€ mit unglaublicher Akkulaufzeit und ohne Schnickschnack?! Genau mein Ding! Und glücklich damit vom ersten Tag an. 6 Wochen später hab ich mir noch die Apex (42mm) zugelegt und bin da ebenfalls glücklich mit. Zu den eh schon guten Punkten, kam für mich noch die gute Exportmöglichkeit der Workouts dazu. Coros macht vieles vorbildlich und bisher war allessuperstabil. Viele Grüße, Oliver

    • Erik

      Schön, dass du mit deinen beiden Uhren zufrieden bist 🙂 Die zahlreichen Exportformate hatte ich im Artikel ja auch erwähnt. Ist nur schade, dass das Teilen unter Android nicht so gut funktioniert.

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