Notfall beim Monrepos-Parkrun
Ich war letzten Samstag beim Monrepos-Parkrun in Ludwigsburg am Start. Dort habe ich mitbekommen, dass es vor einigen Wochen einen Notfall gegeben hatte. Dabei kam auch ein Defibrillator zum Einsatz.
Nach meinem Finish beim Monrepos-Parkrun unterhielt ich mich mit Gerald. Er erzählte mir, was ihm vor sechs Wochen passiert ist.
Gerald ist Anfang 50. Er wohnt in Bietigheim und legte die 13 Kilometer Entfernung zum Monrepos-Parkrun mit seinem E-Bike zurück. Es ging ihm gut, er hatte keinerlei Beschwerden. Er lief den Parkrun in 30 Minuten. Das war etwas langsamer als normalerweise. Er stoppte seine Zeit mit seiner Laufuhr. Diese zeigte nichts Ungewöhnliches an. Er hatte auch keine hohe Herzfrequenz. Er ließ seinen Barcode und die Zielmarke scannen. Danach unterhielt er sich mit einer Läuferin.
Während des Gesprächs kippte Gerald plötzlich um und verlor das Bewusstsein. Ein Helfer holte den Defibrillator, der in der Nähe lag und befestigte die Pads an seinem Körper. Das Gerät wurde eingeschaltet. Zuerst wurde der Herzschlag gemessen. Danach sollten alle Helfer etwas zurückgehen. Der Defibrillator führte einen Schock aus.
Ein Helfer rief den Notarzt an. Die Feuerwehr kam noch vorbei, um eine Absperrung zu entfernen, die den Weg zum Patienten blockierte. Die Rettungsleute brachten einen Sichtschutz an. Sie behandelten ihn 15 Minuten vor Ort. Danach wurde er in das Krankenhaus gebracht.
Dort wurde ein CT-Scan bei ihm gemacht, um zu überprüfen, ob es zu Hirnschäden gekommen war. Danach wurde Gerald operiert. Es wurden ihm zwei Stents gelegt.
Gerald hatte in seiner Laufuhr die Handynummer seiner Frau als Notfallnummer (ICE) gespeichert. Deshalb konnten die Ärzte sie erreichen, obwohl er noch bewusstlos war. Er wachte erst gegen 19 Uhr auf. Er konnte sich mit seiner Frau unterhalten und Fragen der Mediziner beantworten.
Gerald musste fünf Wochen im Krankenhaus bleiben. Am vergangenen Samstag war er zum ersten Mal wieder beim Monrepos-Parkrun dabei und betätigte sich als Helfer. In Kürze startet er eine dreiwöchige Reha.
Meine Meinung zum Notfall beim Monrepos-Parkrun
Wenn ich bei der Ansprache vor einem Parkrun höre, dass ein Defibrillator vor Ort ist, denke ich oft, hoffentlich brauche ich ihn nicht. Aber eigentlich ist das die falsche Einstellung. Wichtig ist, dass ein solches Gerät vor Ort ist. Es ist egal, wer ihn benötigt. Die Statistik zeigt, dass er auch wirklich gebraucht wird. Weltweit gibt es über 2.500 Parkrun-Standorte. Im Schnitt kommt es dabei jede Woche zu einem Defibrillator-Einsatz.
Gerald hatte Glück, dass er den Herzinfarkt bei einem Parkrun erlitt. Zum einen, weil ein Defibrillator in der Nähe war. Zum anderen, weil Menschen in der Nähe war, die ihn unterstützten, als er ihre Hilfe brauchte. Diesen beiden Punkten verdankt er sein Leben.




2 Kommentare
Marina
Hallo Erik, da hatte Gerald Glück im Unglück…
Ich trage mich auch gerade mit dem Gedanken wieder mit dem Laufen anzufangen. Ich bin früher viel gelaufen, aber dann gab es einen Break. Jetzt spiele ich gerade mit dem Gedanken auf den Halbmarathon in Karlsruhe im nächsten Jahr zu trainieren. Vorher will ich mich aber auch noch ärztlich durchchecken lassen. Mir geht es nicht um Bestzeit oder so, sondern einfach darum, dabei zu sein. Dieses Jahr war ich Besucher bei der Veranstaltung des Marathons und des Halbmarathons in Karlsruhe – mein Schwiegersohn lief mit. Mich hat die Veranstaltung total angefixt …
Dein schönes Blog habe ich mal per feed abonniert.
Erik
Hört sich so an, als wenn du das geplante Lauftraining vernünftig angehst.
Bis zum Halbmarathon in Karlsruhe hast du 11 Monate Vorbereitungszeit. Das müsste reichen. Im Frühjahr könntest du vielleicht noch ein oder zwei 10-Kilometer-Läufe mitmachen. Dann könntest du schon mal etwas Wettkampf-Luft schnuppern 😉