Rheinauer Straßenlauf 2025
Der Rheinauer Straßenlauf fand in diesem Jahr zum 38. Mal statt. Ich war zum zweiten Mal dabei und erlebte ein Rennen mit einem bitteren Nachgeschmack.
Nach dem Neckar Run und dem Sandhofer Straßenlauf war der Rheinauer Straßenlauf in diesem Jahr mein dritter Start bei einem Engelhorn-Laufcup-Rennen. Damit habe ich mir frühzeitig mein Anrecht auf den Gratispulli gesichert. Dieser wird Ende Oktober an alle Laufcup-Läufer verteilt, die mindestens dreimal teilgenommen haben.
Mein Laufziel
Im letzten Jahr schwoll mir beim Rheinauer Straßenlauf während des Rennens der Fuß an. Dadurch verlor ich natürlich an Tempo und brauchte fast 1:02 h für die 10 Kilometer lange Laufstrecke.
In diesem Jahr hatte ich beim Neckar Run die angestrebten 60 Minuten Laufzeit nur knapp verpasst, während ich beim Sandhofer Straßenlauf doch deutlich darüber lag. Seitdem hatte ich regelmäßig mein Trainingspensum erhöht. Das hatte natürlich auch mit der Vorbereitung auf den Franklin-Halbmarathon zu tun, den ich am 12. Oktober in Mannheim laufen will. Außerdem habe ich mir mit den Brooks Launch 11 ein neues Paar Laufschuhe gekauft, die 40 Gramm leichter sind als meine älteren Brooks Launch 9.
Die Voraussetzungen waren also gut und deshalb nahm ich mir vor, beim Rheinauer Straßenlauf die 60 Minuten zu unterbieten.
Das Rennen
Die Temperatur lag bei ungefähr 15° C, was beim Laufen quasi die Idealtemperatur ist. Ich platzierte mich in der Mitte des Starterfelds. Nach dem Startschuss ging es zuerst ein paar hundert Meter durch den Stadteil. Danach bogen wir rechts ab und liefen auf einen Wald zu. Den ersten Kilometer lief ich in einer Zeit von 5:59 Minuten. Auch beim zweiten und dritten Kilometer lag meine Zeit knapp unter sechs Minuten.
Danach kam die erste Getränkestelle, an der ich aber vorbeilief, ohne mir einen Becher Wasser mitzunehmen. Bei der niedrigen Temperatur hatte ich keinen Durst. Auch den vierten Kilometer lief ich in der geplanten Zeit von knapp unter sechs Minuten. Die Strecke führte jetzt am Waldrand vorbei. Meine Zwischenzeit nach fünf Kilometern lag bei 29:55 Minuten. Das sah doch gut aus und ließ mich weiterhin auf eine Zeit von unter einer Stunde hoffen.
Den sechsten und siebten Kilometer lief ich wieder in knapp unter sechs Minuten, während ich beim achten Kilometer einige Sekunden darüber lag. Auch die zweite Getränkestelle ließ ich aus. Als ich an der 9-Kilometer-Markierung vorbeilief, blickte ich auf die Uhr. Sie zeigte mir eine Zeit von 54:08 Minuten an. Wenn ich den letzten Kilometer jetzt in 5:50 Minuten laufen würde, hätte ich die 60-Minuten-Marke unterboten. Obwohl ich bereits neun Kilometer gelaufen war, fühlte ich mich noch fit. Ich erhöhte das Tempo und überholte einige Läufer. Ich wollte unbedingt die 60-Minuten-Marke knacken. 200 Meter vor dem Ziel bog ich in eine Linkskurve ein. Danach sah ich das Ziel und zog einen Schlussspurt an. Nach 59:51 Minuten überquerte ich die Ziellinie.
Mein Fazit zum Rheinauer Straßenlauf
Ich war happy. Ich hatte die 60 Minuten unterboten. Zwar knapp, aber immerhin hatte ich mein selbst gesetztes Ziel erreicht. Ich trank einige Becher Wasser und eine Dose eines furchtbar schmeckenden Energydrinks. Nach dem Duschen setzte ich mich auf das Fahrrad und radelte gemütlich die sieben Kilometer lange Strecke nach Hause.
Wer hat an der Uhr gedreht?
Daheim angekommen, schaute ich mir die Ergebnisliste an und bekam einen Schock. Dort wurde meine Laufzeit mit 1:00:10 h angegeben, also 19 Sekunden mehr als ich selbst gestoppt hatte. So sehr konnte ich mich nicht verdrückt haben. Da stimmte irgendwas nicht.
Ich schrieb dem Veranstalter eine E-Mail und erfuhr, dass beim Rheinauer Straßenlauf 2025 im Gegensatz zum Vorjahr nur die Bruttozeit gemessen wurde. Daher stammte also die Differenz von 19 Sekunden. Eigentlich ist es inzwischen üblich, die Nettozeit zu messen. Diese Art der Zeitmessung ist vor allem für die Läufer mit einer höheren Platzierung ein Vorteil. Damit wird nur die reine Laufzeit gemessen und die Zeit bis zur Startlinie wird nicht berücksichtigt. Beim Neckar Run und beim Sandhofer Straßenlauf wurde die Nettozeit gemessen. Dass beim Rheinauer Straßenlauf die veraltete Bruttozeit-Messung verwendet wurde, lag wohl daran, dass sie einige hundert Euro einsparen wollten.
Die Nettozeit-Messung ist aufwändiger und damit halt auch etwas teurer. Da sie aber vor allem für die Läufer im hinteren Startbereich gerechter ist, sollte sie heutzutage Standard sein. Ich bin auch gerne bereit, einen Euro mehr Startgeld zu zahlen, wenn dafür meine tatsächliche Laufzeit in der Ergebnisliste steht. Ich hoffe, dass der Veranstalter seine Entscheidung überdenkt und im nächsten Jahr wieder die Nettozeit gemessen wird.




Ein Kommentar
Bernd Märcz
Dein Laufbericht liest sich sehr gut und lässt einen den Lauf miterleben. Ich lasse mir auch die Rundenzeiten pro Km auf der Uhr anzeigen. Ich kann Deinen Ärger über die fehlenden 19 Sekunden gut verstehen, gerade wenn genau die am Ende für das persönliche Ziel fehlen. Es können eben nicht alle Läufer gleichzeitig an der Startlinie stehen.