Laufblogger-Umfrage
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Laufblogger-Umfrage zum Berlin-Marathon

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In 5 Tagen geht die größte deutsche Laufsportveranstaltung an den Start, der Berlin-Marathon. Aus diesem Grund habe ich einige Laufblogger zu dem Wettbewerb befragt. Ihre Antworten darauf findet ihr in diesem Artikel.

Nimmst du am Berlin-Marathon teil?

Ich habe alle Laufblogger gefragt, ob sie beim Berlin-Marathon mitmachen. Außerdem wollte ich wissen, warum sie dabei sind bzw. zu Hause bleiben.

Ja, ich bin dabei.

Daniel steht in diesem Jahr im Startblock. Er will möglichst nahe an die 3:30-Stunden-Marke herankommen, glaubt aber nicht, dass er sie unterbieten wird. Es ist bereits seine 10. Teilnahme beim Berlin-Marathon. Bei einem erfolgreichen Finish wird er Mitglied des Jubilee-Clubs werden. Er hat zukünftig also einen sicheren Startplatz und muss nicht mehr bei der Auslosung mitmachen.

Auch Thomas ist in Berlin dabei. Eigentlich hat er für die Sub4 trainiert. Da er im Sommer zu wenig Tempotraining gemacht hat, ist er sich nicht ganz sicher, ob das ein realistisches Ziel ist. Er will aber auf jeden Fall eine bessere Zeit als im Vorjahr laufen (4:19 h).

Nein, ich bleibe zu Hause.

Stefan R. ist der Berlin-Marathon zu voll. Er findet ihn überbewertet. Ihm gefällt die Stimmung in Venlo besser.

Markus ist in Berlin nicht dabei, weil er vor kurzem Vater geworden ist und daher verständlicherweise zurzeit andere Prioritäten hat.

Talianna stört beim Berlin-Marathon die Größe, der gewaltige Ansturm und die Startnummern-Lotterie. Sie startet lieber bei lokalen Marathons.

Für Kai ist der Berlin-Marathon zu groß und teuer. Er mag lieber Landschaftsläufe und ehrenamtlich organisierte, kleinere Veranstaltungen. Außerdem ist er in diesem Jahr schon bei 8 Marathons und Ultras gestartet.

Martin Sa. schreckt die hohe Teilnehmergebühr ab. Weiterhin gefällt ihm nicht, dass er bei einer Absage sein Geld nicht zurückbekommt und er seinen Startplatz nicht abtreten kann.

Anette ist der Berlin-Marathon zu groß. Sie läuft lieber bei kleineren Events in der Natur. Wenn sie bei einem Stadtlauf mitmachen würde, dann eher in Valencia oder in Barcelona als in Berlin.

Heiko ist in Berlin nicht dabei. Er will beim Frankfurt-Marathon starten. Momentan hat er aber Knieprobleme und weiß daher nicht genau, ob er Ende Oktober in Frankfurt an der Startlinie steht.

Martin Se. startet lieber beim Frankfurt-Marathon, da er die 3-Stunden-Marke unterbieten will. In Frankfurt ist weniger los und es fällt ihm daher leichter sich zu fokussieren.

Andreas nimmt seit einigen Jahren nicht mehr an Marathon-Wettbewerben teil. Er läuft zwar noch ab und zu die Marathondistanz, aber dann eher mit Freunden und nicht in einem Wettbewerb.

Stefan Z. ist bisher nur Halbmarathons gelaufen. Er plant aber für nächstes Jahr seine erste Marathonteilnahme. Er will entweder in Zürich oder in Luzern starten.

Torsten läuft jeden Marathon nur einmal. Da er den Berlin-Marathon bereits 2017 gelaufen ist, ist er in diesem Jahr nicht dabei.

Auch Frank will jeden Marathon nur einmal laufen. In Berlin war er bereits 2019 am Start. Deshalb sucht er sich für diesen Herbst lieber einen anderen Marathon aus, an dem er teilnehmen will.

Ich bin in diesem Jahr ebenfalls nicht am Start. Das liegt zum einen daran, dass ich die Erhöhung der Startgebühr von 125 auf 150 Euro zu drastisch finde. Außerdem war die Registrierung im November 2021 für mich zu früh. Ich habe in diesem Jahr meine Trainerausbildung gestartet und das Risiko war mir zu groß, dass es eine terminliche Überschneidung gibt.

Mein Fazit:

Die Antworten zu dieser Frage sind überraschend einheitlich. Von 15 Laufbloggern, die die Frage beantwortet haben, starten nur zwei beim Berlin-Marathon. Die anderen sind nicht dabei. Die Hauptgründe für die Nichtteilnahme sind die Größe und die hohen Startgebühren.

Wer wird den Berlin-Marathon gewinnen?

Laufblogger äußern sich zum Berlin-Marathon.
14 Laufblogger haben beim Tippspiel zum Berlin-Marathon mitgemacht.

Ich habe alle Laufblogger um ihren Tipp gebeten, wer das Rennen gewinnt und wie die Siegeszeit lautet. Einige kannten sich nicht gut genug aus, um einen Sieger zu nennen und haben nur eine Siegeszeit angegeben.

LaufbloggerSieger HerrenSiegeszeit HerrenSiegerin DamenSiegeszeit Damen
Andreas2:02:002:19:00
AnetteEliud KipchogeWR < 2:01:39
DanielEliud KipchogeWR 2:00:47Maurine Chepkemoi2:19:37
ErikEliud Kipchoge2:02:00Nancy Jelagat Meto2:19:00
HeikoEliud Kipchoge2:03:02Keira D’Amato2:20:15
KaiWR < 2:00:00
MarkusEliud Kipchoge2:02:00Keira D‘Amato< 2:19:00
Martin Sa.Eliud Kipchoge2:02:03
Martin Se.Eliud Kipchoge< 2:03:00Keira D‘Amato
Stefan R.Eliud Kipchoge2:02:322:19:30
Stefan Z.Eliud Kipchoge2:03:03Keira D’Amato2:19:19
TaliannaEliud Kipchoge2:02:20Keira D‘Amato2:18:25
ThomasEliud KipchogeWR 1:59:30
Torsten< 2:05:002:20:00
Die Laufblogger-Tipps der Sieger und der Siegeszeiten beim Berlin-Marathon 2022

Mein Fazit:

Bei den Herren gibt es ein eindeutiges Votum. Alle Laufblogger, die einen Sieger angegeben haben, haben auf den Kenianer Eliud Kipchoge getippt. 4 erwarten sogar einen neuen Weltrekord. Thomas und Kai haben sich am weitesten aus dem Fenster gelehnt. Sie tippen beide darauf, dass die 2-Stunden-Marke unterboten wird.

Bei den Damen haben viele geschrieben, dass sie sich nicht gut genug auskennen, um einen Namen zu nennen. Die meisten Laufblogger, die eine Siegerin genannt haben, haben auf die Amerikanerin Keira D’Amato getippt. Die Kenianerinnen Maurine Chepkemoi und Nancy Jelagat Meto wurden jeweils einmal genannt. Im Gegensatz zu den Herren glaubt bei den Damen niemand, dass der Weltrekord (2:14:04 Std.) gebrochen wird. Die angegebenen Zeiten der Laufblogger liegen weit darüber. Das mag auch daran liegen, dass die aktuelle Weltrekord-Inhaberin Brigid Kosgei in Berlin nicht am Start ist.

Welche Wünsche und Erwartungen hast du für den Berlin-Marathon?

Stefan R. hält den Berlin-Marathon für überbewertet und zu voll. Außerdem gefallen ihm die Musik-Bands nicht. Er wünscht sich eine Mischung aus Loveparade und Marathon.

Markus wünscht sich vor allem spannende Rennen, gute Zeiten von den deutschen Läufern und dass die gute Stimmung erhalten bleibt. Er hofft, dass Berlin den Marathon weiterhin so wundervoll feiert.

Martin Se. war im letzten Jahr als Helfer beim Berlin-Marathon dabei. Er war schockiert von den vielen tausend Plastikbechern, die auf den Boden geworfen wurden und wünscht sich, dass sich das ändert. Die Goodie-Bags findet er unnötig, weil sie viel Schrott enthalten, der von den Läufern weggeschmissen wird. Des Weiteren wünscht er sich, dass der Berlin-Marathon seinen CO₂-Fußabdruck verringert.

Daniel wünscht sich, dass ein Start beim Berlin-Marathon auch für Menschen mit geringem Einkommen möglich sein soll. Er könnte sich sogar vorstellen, dass er bei einem eigenen Start die Startgebühr für einen anderen Läufer übernimmt.

Torsten wünscht sich vor allem, dass der geschichtsträchtige Verlauf der Strecke und die Begeisterung der Zuschauer erhalten bleibt.

Ich wünsche mir, dass die Startgebühr zumindest im nächsten Jahr nicht weiter erhöht wird. Die Teilnehmerzahlen werden in Zukunft wohl weiter steigen. Um den Stau auf den ersten Kilometern zu vermeiden, halte ich eine intelligente Startblock-Einteilung für wichtig.

Mein Fazit:

Zu dieser Frage waren die Antworten der Laufblogger sehr unterschiedlich. Eine kleine Gemeinsamkeit war, dass die Veranstalter versuchen sollen, die gute Stimmung am Rande der Strecke zu erhalten.

Wie waren deine bisherige Erfahrungen beim Berlin-Marathon?

Stefan R. war bisher 2x in Berlin am Start. 2013 ist er eine Zeit von 4:11 h gelaufen und hat einen negativen Split geschafft. 2015 war er eine Minute schneller.

Martin Sa. ist 2016 den Berlin-Marathon gelaufen. Mit seiner Zeit von 4:03 h war er damals nicht zufrieden, da sie 35 Minuten über seiner Bestzeit lag.

Martin Se. lief 2016 in Berlin seinen ersten Marathon. Er lief viel zu schnell an und lernte im Laufe des Rennens den Mann mit dem Hammer kennen. Unterstützt von der guten Stimmung finishte er den Marathon in 4:08 Stunden.

Torsten stand 2017 im Startblock und schaffte damals eine Zeit von 4:15 h.

Bei Frank wurde 2019 seine Meldezeit nicht gespeichert. Er beantragte eine Korrektur und kam dadurch in den Startblock für das Zeitziel 3:30-3:45 h. Obwohl ihm auf den ersten Kilometern viele Läufer im Weg waren und es in Strömen regnete, schaffte er den Berlin-Marathon in einer Zeit von 3:30 h.

Ich war bei den 3 letzten Berlin-Marathons am Start. Im letzten Jahr lief ich eine Zeit von 4:08 h und konnte meine damalige Marathon-Bestzeit um stolze 5 Sekunden verbessern 🙂

Mein Fazit:

Bei dieser Frage gab es vor allem eine Gemeinsamkeit. Alle Laufblogger, die am Start waren, haben den Berlin-Marathon auch gefinisht. Keiner von ihnen war länger als 4:15 h unterwegs.

Mein Fazit zu der Laufblogger-Umfrage:

Ich möchte mich bei allen Laufbloggern bedanken, die an der Umfrage zum diesjährigen Berlin-Marathon teilgenommen haben. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gab, waren die Antworten doch sehr unterschiedlich. Ich war überrascht, wie viele verschiedene Aspekte beleuchtet wurden. Einige Laufblogger hatten auch sehr kreative Ideen für die Weiter-Entwicklung des Berlin-Marathons.

Eure Antworten zu den Fragen?

Das waren die Meinungen der Laufblogger zu den vier Fragen, die ich gestellt habe. Was sagt ihr dazu?

Hier nochmal die Fragen im Überblick:
Nimmst du am Berlin-Marathon teil?
Wer wird den Berlin-Marathon gewinnen?
Welche Wünsche und Erwartungen hast du für den Berlin-Marathon?
Wie waren deine bisherige Erfahrungen beim Berlin-Marathon?

Wie hättet ihr die gestellten Fragen beantwortet? Schreibt eure Antworten bitte in die Kommentare.

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Erik betreibt dieses Laufblog und ist ein begeisterter Läufer. Er trainiert viermal die Woche, startet bei Lauf-Wettkämpfen und bei Parkruns. Wenn du ihn triffst und er läuft gerade nicht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Verwechslung ;-)

9 Kommentare

  • Corina

    Was für eine tolle Zusammenstellung aktueller Laufblogs! Super inspirierendes Nebenprodukt der Umfrage — auch abseits vom Berliner Trubel 🙂

  • Andreas

    Was bei fast allen vorkam, war wohl auch die mangelnde Flexibilität des Veranstalters, falls man doch nicht starten kann. Fast alle Laufevents bieten hierfür Umschreibemöglichkeiten auf einen Ersatzläufer*in, manche sogar einfach digital über den Anmeldeaccount. Warum ist das beim Berlin-Marathon nicht möglich?

    Der Marathon-Startplatz ist so begehrt – warum sollte nicht einfach ein anderer Läufer*in für mich an den Start gehen, warum sind meine 150 Euro dann einfach weg?

    2014 habe ich einen längeren Artikel dazu geschrieben:
    https://www.startblog-f.de/2014/09/26/berlin-marathon-wie-viel-glueck-braucht-man-um-einen-startplatz-zu-bekommen/

    Damals waren es ca. 4.000 Läufer*innen die bezahlt hatten, aber nicht an den Start gegangen sind… Das wären bei den aktuellen 150 Euro Startgeld 600.000 Euro „unfreiwillige Spende“ 😉

    • Erik

      Na ja, wenn man Marktführer und die Nachfrage größer als das Angebot ist, kann man sich sowas halt erlauben 🙂

      Zumindest die Startplatzzuteilung hat sich in den letzten Jahren aber verbessert. Ich habe dreimal mitgemacht und wurde dreimal gezogen. In meinem Bekanntenkreis bekamen auch fast alle einen Startplatz, die bei der Auslosung mitgemacht hatten.

      • Kim

        Ich denke, COVID-19-bedingt,gab es bestimmt auch sehr viel weniger Bewerbungen,daher steigt dann natürlich der Gewinneranteil aller Interessierten..

  • Kai

    Flexibilität ist eine Sache, es kann wirklich sehr schnell passieren dass man eben nicht starten kann.
    Ich habe da eine eigene Metrik für Läufe entwickelt, das ist der EURO/km-Quotient. Der lässt sich sehr leicht berechnen: einfach das Startgeld durch die Streckenlänge teilen.

    Für Berlin liegt er bei 3,55 EUR/km
    als Vergleich:
    der Rennsteiglauf als Super-Marathon: 0,88 EUR/km bei Frühanmeldung und selbst bei Meldung am Veranstaltungstag sind es nur 1,15 EUR/km.
    Einer der günstigsten war für mich bisher der Pyramides Noir in Frankreich: 0,47 EUR/km (49 EUR Startgeld bei 105km Strecke)
    und selbst im sonst sehr teuren Schweden hat die Öland-Challenge vergleichsweise gute Werte: 1,71 EUR/km. Der Stadtmarathon in Jönköpping liegt mit 1,89 EUR/km etwas teurer.

    Insgesamt muss ich leider sagen, dass die Preise insbesondere für Laufserien und viele der Stadt-Veranstaltungen mittlerweile in einer Region angekommen sind, die ich nur noch in Ausnahmefällen bereit bin zu bezahlen. Aktuell liegt die „Schmerzgrenze“ bei mir bei um die 2 EUR/km. Alles darüber hinaus halte ich schlichtweg für Abzocke. Leider wird es gerade den kleineren Läufen auch immer schwerer gemacht überhaupt stattfinden zu können, alleine für den Herbstlauf der DJK Feudenheim haben wir Auflagen bekommen, die mehrere DIN-A4-Seiten umfassen. Das ist nur noch mit hohem Personalaufwand zu leisten, den die kommerziellen Anbieter dann auch treiben können und aufgrund ihrer Gewinnerzielungsabsicht dann natürlich auch noch einen satten Aufschlag dazu verlangen. Bleibt zu hoffen, dass der Markt es in den kommenden Jahren richtet: Mit den steigenden Kosten können wir bereits jetzt einen wieder erhöhten Zustrom zu den Vereinsaktivitäten verzeichnen, schlichtweg weil es günstiger ist.

    • Erik

      Ich kritisiere ja auch die hohe Startgebühr des Berlin-Marathons. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Organisation eines Marathons in einer Stadt wie Jönköping, die nicht mal 100.000 Einwohner hat, wesentlich kostengünstiger ist als in Berlin, das 3,7 Millionen Einwohner hat.

      Der Berlin-Marathon ist ja einer von 6 Major-Läufen. Unter diesen Läufen gehört der Berlin-Marathon sogar noch zu den günstigen:

      Berlin (2022): 150 Euro
      Boston (2022): 243 Euro
      Chicago (2022): 247 Euro
      London (2022): 139 Euro
      New York (2023): 369 Euro
      Tokio (2023): 182 Euro

      Nur der London-Marathon ist etwas günstiger als der Berlin-Marathon.

      Außerdem ist die Strecke des Berlin-Marathons die schnellste der Welt, wie Eliud Kipchoge am Wochenende mal wieder gezeigt hat. Da sind halt viele Menschen bereit, die hohe Startgebühr zu zahlen. Und solange die Nachfrage höher als das Angebot ist, gibt es auch keinen Grund, die Preise zu senken. Für Menschen mit wenig Geld ist das natürlich schlecht. Sie können sich einen Start beim Berlin-Marathon nicht leisten.

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