Neckar-Hochwasser
Laufgeschichte

Laufen auf dem Hochwasserdamm

In der letzten Woche wurde der Westen Deutschlands von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. In den Fernsehnachrichten konnte man viele eingestürzte Häuser sehen. Es waren, wie z. B. in Schuld, komplette Dörfer davon betroffen. Leider wurden auch zahlreiche Todesopfer gemeldet. In diesem Artikel schildere ich, warum die Hochwasser-Situation in meinem Wohnort Mannheim zum Glück nicht so tragisch ist und was das Laufen auf einem Hochwasserdamm mit dem Naturschutz zu tun hat.

Hochwasser-Situation in Mannheim

Mannheim gehört zu den Städten durch die gleich 2 Flüsse fließen, der Rhein und der Neckar. Auch diese treten gelegentlich über die Ufer und das Umland wird überflutet. Große Schäden gibt es in Mannheim allerdings nicht. Das liegt daran, dass es in der Nähe der beiden Flüsse Wiesen- und Waldflächen gibt, die bei Hochwasser als Überschwemmungsflächen dienen. Dahinter wurden begehbare Dämme errichtet. Fast alle Häuser stehen hinter diesen Schutzwällen und sind damit vor einer Überflutung geschützt.

Hochwasser am Neckar
Überschwemmter Bolzplatz beim Neckar-Hochwasser in Mannheim

Testlauf auf dem Hochwasserdamm

Am Freitag durfte ich meine neuen Laufschuhe Hoka One One Arahi 5 auspacken und wollte sie gleich ausprobieren. Also lief ich flugs auf den Hochwasserdamm, der am Anfang frei zugänglich war. Nach 1,5 km sah ich allerdings eine Absperrung. Mit einem Blick überzeugte ich mich davon, dass dahinter der Rhein zwar über die Ufer getreten war, die Wege entlang des Flusses aber allesamt passierbar waren. Ich lief also hinter der Absperrung weiter, drehte aber nach wenigen Minuten um, da ich für meinen Testlauf nur 5 km eingeplant hatte.

Dauerlauf auf dem Hochwasserdamm

Am Samstagmorgen startete ich zu einem 10 km-Dauerlauf, der mich auch wieder auf den Damm führte. Der Anfang war wie am Tag zuvor nicht abgesperrt, das Ende hingegen schon. Neu war, dass neben der Absperrung 2 Polizisten standen. Einer davon wies mich darauf hin, dass ich hier nicht laufen dürfe, das Wasser würde noch steigen und ich solle doch bitte ein Vorbild für die Kinder sein. Der Wasserpegel war zwar leicht gestiegen, aber die meisten Wege waren weiterhin passierbar. Es waren auch weit und breit keine Kinder zu sehen. So ganz verstand ich die Absperrung nach wie vor nicht. Ich wollte mich aber mit dem Polizisten nicht anlegen und versprach daher, auf meinem Rückweg nicht auf dem Damm zu laufen.

Mein langer Lauf am Sonntag

Für den Sonntag hatte ich einen langen Lauf geplant. Da ich nicht wieder von der Polizei ermahnt werden wollte, verzichtete ich auf den gewohnten Weg auf dem Hochwasserdamm. Aber vielleicht war er ja in der entgegengesetzten Richtung passierbar? Ich lief also wieder zum Damm und stellte fest, dass diesmal auch der Beginn abgesperrt war. Und zwar in beide Richtungen. Am Absperrband waren 2 Schilder befestigt, die ich mir genauer angesehen habe. Auf beiden stand zu lesen, dass der Damm nicht – wie von mir vermutet – aus Sicherheitsgründen gesperrt war.

Gefahr für Wildtiere bei Hochwasser

Wenn das Wasser steigt, flüchten die in Wald und Wiese heimischen Wildtiere. Der einzige sichere Ort für sie ist der Hochwasserdamm. Wenn dort Menschen spazierengehen, laufen oder radfahren, trauen sie sich nicht hin. In diesem Fall sind sie zwischen Hochwasser und dem (eigentlich sicheren) Damm eingesperrt. Sie können also nicht fliehen und müssen sterben.

Ein ehrenamtlicher Naturschützer

In der Nähe der Absperrung traf ich einen älteren, ehrenamtlichen Naturschützer, der mir erzählte, dass nach einem Hochwasser viele tote Wildtiere gefunden werden. Das liegt vor allem an unvernünftigen Menschen, die den Damm blockieren. Er berichtete mir von einem Mann mit 3 freilaufenden Hunden. Als er ihn darum bat mit seinen Tieren den Damm zu verlassen, zückte dieser das Handy und rief seinen Anwalt an. Unglaublich!

Meine (späte) Einsicht

Mir war nicht bewusst, dass die Absperrung des Hochwasserdamms aus Naturschutzgründen erfolgte. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass ich am Freitag und am Samstag die Absperrung missachtet hatte. Ich war zwar bei weitem nicht der Einzige und auch am Sonntag sah ich noch viele Menschen, die die Absperrung und die Hinweisschilder ignorierten. Als Ausrede für mich lasse ich das aber nicht gelten. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen nicht mehr auf dem Damm zu laufen, wenn dieser wegen Hochwassers gesperrt ist.

Ende des langen Laufs

Meinen langen Lauf habe ich am Sonntag auch noch beendet. Ich bin knapp 20 Kilometer durch die Innenstadt und den Unteren Luisenpark gelaufen. Die Strecke war zwar nicht so schön wie entlang des Rheins, aber dafür gefährdete ich durch mein Verhalten auch keine Wildtiere.

Bei Hochwasser laufen?

Wusstet ihr, dass die Absperrungen bei einer Überflutung zum Teil aus Naturschutzgründen erfolgen? Haltet ihr euch an die Absperrungen oder lasst ihr auch mal fünfe gerade sein? Schreibt doch bitte einen Kommentar dazu.

Erik betreibt dieses Laufblog und ist ein begeisterter Läufer. Er trainiert viermal die Woche, startet bei Lauf-Wettkämpfen und bei Parkruns. Wenn du ihn triffst und er läuft gerade nicht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Verwechslung ;-)

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